E-Auto-Förderung 2026: Programme im Überblick und Abgrenzung zur THG-Quote
2026 gibt es für dein Elektroauto mehrere Wege, Geld zu sparen oder zu bekommen: eine neue, sozial gestaffelte Kaufprämie, mehrere Steuervorteile beim Halten und Laden, dazu Zuschüsse für Ladepunkte von Bund und Ländern. Der Umweltbonus dagegen ist seit Ende 2023 endgültig Geschichte. Die THG-Quote gehört rechtlich nicht in diese Liste: Sie ist keine Förderung, sondern der Verkauf einer Emissionsminderung an ein quotenverpflichtetes Unternehmen. Dieser Artikel ordnet ein, was 2026 noch aktiv ist, was ausgelaufen ist, und wo die THG-Quote in diesem Bild steht.
Welche E-Auto-Förderungen sind im September 2026 überhaupt noch aktiv?
Der bekannteste Fördertopf ist bereits Geschichte: Der Umweltbonus des Bundes endete mit Ablauf des 17. Dezember 2023, seitdem sind keine neuen Anträge mehr möglich, offene Zusagen wurden nur noch ausgezahlt. An seine Stelle ist zum 1. Januar 2026 eine neue, sozial gestaffelte Kaufprämie getreten.
Daneben bestehen 2026 mehrere Förderwege nebeneinander weiter: Steuervorteile beim Halten wie die Kfz-Steuerbefreiung und die günstigere Dienstwagenbesteuerung, ein Steuervorteil beim Investieren über die Sonderabschreibung für Firmenfahrzeuge, und Zuschüsse für Ladepunkte, sowohl bundesweit als auch in einzelnen Bundesländern. Eine Förderung für den Gebrauchtkauf eines E-Autos gibt es dagegen weiterhin nicht; der aktuelle Stand dazu steht unter Förderung gebrauchter Elektroautos.
Was davon für dich infrage kommt, hängt vom Einzelfall ab. Die folgenden Abschnitte ordnen die wichtigsten Programme ein, danach folgt die Einordnung der THG-Quote in dieses Bild.
Warum ist die THG-Quote trotzdem keine Förderung?
Rechtlich steht die THG-Quote auf einem anderen Fundament als jede der oben genannten Förderungen. Grundlage ist die 38. BImSchV: Mineralölunternehmen müssen die Treibhausgasemissionen ihrer Kraftstoffe jährlich um einen festen Prozentsatz mindern. Strom, der zum Laden reiner Batterieelektrofahrzeuge verwendet wurde, kann darauf angerechnet werden. Das Umweltbundesamt prüft die Meldung und stellt eine Bescheinigung über Strommenge und CO2-Äquivalent aus – mehr nicht. Es zahlt selbst keine Prämie aus.
Geld fließt erst, wenn ein quotenverpflichtetes Unternehmen diese Bescheinigung kauft; genau deshalb bündeln Dienstleister wie wir viele Fahrzeuge und verkaufen die Bescheinigungen weiter. Es gibt keinen Fördertopf, kein Budget und keinen Bewilligungsbescheid wie bei einer Förderung, sondern nur einen Käufer und einen Preis, der monatlich schwankt. Seit dem 17. April 2026 erhebt das Umweltbundesamt für die Bearbeitung sogar eine Gebühr zwischen 94,60 und 6.500 Euro je Antrag, die den Antragsteller trifft. Eine Förderung, die selbst Geld kostet, wäre widersprüchlich – als Verkauf ergibt die Gebühr dagegen Sinn.
Wie die THG-Prämie im Detail entsteht und wer sie bekommt, erklärt Die THG-Prämie nach der 38. BImSchV ausführlicher; die Grundlagen stehen zusätzlich unter Was ist die THG-Quote?
Wie funktioniert die neue Kaufprämie 2026, und wer bekommt sie?
Die seit 1. Januar 2026 laufende Kaufprämie des Bundes ist sozial gestaffelt und wird über das BAFA abgewickelt. Für reine Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge liegt die Basisförderung bei 3.000 Euro. Liegt dein zu versteuerndes Einkommen unter 60.000 Euro, kommen 1.000 Euro dazu, unter 45.000 Euro weitere 1.000 Euro; pro Kind, maximal zwei, gibt es zusätzlich 500 Euro. Maximal sind so 6.000 Euro möglich. Für Plug-in-Hybride und Range-Extender gilt dieselbe Staffel auf einer Basis von 1.500 Euro, maximal 4.500 Euro.
Antragsberechtigt sind volljährige Privatpersonen mit Hauptwohnsitz in Deutschland und einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 80.000 Euro, bei zwei Kindern bis 90.000 Euro. Pro Person ist eine Prämie vorgesehen, ein Haushalt kann demnach maximal zwei Anträge stellen. Diese Prämie ist unabhängig von der THG-Quote: Sie fließt einmalig beim Kauf, die THG-Quote entsteht dagegen jedes Jahr neu aus dem laufenden Betrieb des Fahrzeugs.
Welche steuerlichen Vorteile laufen 2026 zusätzlich mit?
Neben der Kaufprämie bestehen mehrere Steuervorteile parallel. Reine Elektrofahrzeuge sind zehn Jahre ab Erstzulassung von der Kfz-Steuer befreit, längstens bis 31. Dezember 2035, danach greift eine 50-prozentige Ermäßigung; Voraussetzung ist eine Erstzulassung bis Ende 2030.
Für Dienstwagen gilt seit 1. Juli 2025 die günstigere 0,25-Prozent-Regel: Elektrofahrzeuge bis 100.000 Euro Bruttolistenpreis werden monatlich nur mit 0,25 statt 1 Prozent des Bruttolistenpreises versteuert.
Unternehmen können betriebliche E-Fahrzeuge zwischen dem 1. Juli 2025 und dem 31. Dezember 2027 im ersten Jahr mit 75 Prozent der Anschaffungskosten abschreiben, danach fallend über fünf weitere Jahre. Und wer sein E-Auto beim Arbeitgeber lädt, tut das weiterhin unbegrenzt steuerfrei; überlässt der Arbeitgeber dazu eine Wallbox oder zahlt einen Zuschuss, greift eine vereinfachte Pauschalversteuerung statt einer individuellen Abrechnung.
Welche Zuschüsse gibt es 2026 für Ladeinfrastruktur, bei Bund und Ländern?
Für Mehrparteienhäuser läuft vom 15. April bis zum 10. November 2026 die Bundesförderung Laden im Mehrparteienhaus: je Stellplatz bis zu 1.300 Euro für die reine Vorverkabelung, bis 1.500 Euro mit Wallbox und bis 2.000 Euro mit bidirektionalem Ladepunkt. Antragsberechtigt sind Wohnungseigentümergemeinschaften, kleine und mittlere Unternehmen sowie private Vermieter, nicht aber Einfamilienhäuser. Für schwere Nutzfahrzeuge fördert der Bund zusätzlich den Aufbau von Ladepunkten, gerichtet an Unternehmen mit eigenen Betriebshöfen und an Betreiber öffentlicher Lkw-Ladestandorte.
Dazu kommen Länderprogramme mit eigenen, oft wechselnden Sätzen, etwa progres.nrw in Nordrhein-Westfalen oder ein eigenes bayerisches Programm für öffentlich zugängliche Ladepunkte. Baden-Württemberg fördert seit dem 17. Juni 2026 über Charge@BW öffentlich zugängliche Ladepunkte mit 40 Prozent der Kosten, maximal 2.500 Euro je Ladepunkt; private Wallboxen oder Wohnungseigentümergemeinschaften sind dort inzwischen ausgeschlossen. Ob und was dein Bundesland oder deine Kommune zusätzlich fördert, unterscheidet sich stark und ändert sich unterjährig.
Was ist mit Umweltbonus, KfW-Förderung und KsNI: kannst du davon noch profitieren?
Nein. Der Umweltbonus endete mit Ablauf des 17. Dezember 2023 endgültig; seitdem nimmt niemand mehr neue Anträge an, offene Zusagen wurden nur noch ausgezahlt. Ursache war unter anderem das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klima- und Transformationsfonds, aus dem der Bonus finanziert wurde.
Auch mehrere frühere KfW-Programme für private und gewerbliche Wallboxen sowie für Solarstrom in Kombination mit einem E-Auto sind seit Jahren beendet; ihre Fördersätze und genauen Enddaten stehen im verlinkten Artikel zur KfW-Wallbox-Förderung. Ähnlich sieht es bei der Förderung klimaschonender Nutzfahrzeuge (KsNI) für Unternehmen mit Lkw der Klassen N1 bis N3 aus: Sie ist ausgelaufen, ihr Nachfolger ist keine Kaufförderung mehr, sondern die reine Ladeinfrastrukturförderung für E-Lkw aus dem vorigen Abschnitt. Bewirbst du dich heute noch auf eines dieser Programme, wirst du abgelehnt. Genau das unterscheidet sie von der THG-Quote, die kein Budget und damit auch kein Ausschöpfungsdatum kennt.
Was heißt das heute für deinen Antrag: Förderung, THG-Quote oder beides?
Prüfe zuerst, ob eine der oben genannten Förderungen noch offen ist und zu deinem Fahrzeug passt. Fristen und Budgets sind bei jedem Programm unterschiedlich, und ein einmal ausgeschöpfter Topf öffnet sich nicht wieder. Weil die THG-Quote rechtlich kein Fördermittel, sondern der Verkauf einer Emissionsminderung ist, zählt sie nach den hier geprüften Grundlagen nicht als Förderung im Sinne dieser Programme; ob eine einzelne Förderrichtlinie das im Detail anders behandelt, ist hier nicht für jedes Programm geprüft und solltest du im Zweifel direkt bei der Förderstelle klären.
Für die THG-Quote selbst brauchst du keinen Förderantrag, sondern nur deine Zulassungsbescheinigung Teil I. Was der Markt für Elektrofahrzeuge aktuell zahlt, findest du unter Preise. Du kannst deine Unterlagen direkt hochladen und parallel dazu in Ruhe prüfen, welche der 2026 noch aktiven Förderungen zusätzlich zu dir passt. Offene Einzelfragen beantworten die häufigen Fragen.
Häufige Fragen
Ist die THG-Quote eine staatliche Förderung für mein E-Auto?
Nein. Die THG-Quote beruht auf der 38. BImSchV und ist der Verkauf einer Emissionsminderung an ein quotenverpflichtetes Unternehmen, kein Zuschuss. Das Umweltbundesamt bescheinigt nur die Strommenge und zahlt selbst nichts aus; seit dem 17. April 2026 erhebt es sogar eine Gebühr zwischen 94,60 und 6.500 Euro je Antrag. Die Grundlagen dazu stehen in /ratgeber/was-ist-die-thg-quote.
Welche E-Auto-Förderung kann ich 2026 noch neu beantragen?
Aktiv ist vor allem die seit 1. Januar 2026 laufende, sozial gestaffelte Kaufprämie mit 3.000 bis 6.000 Euro für reine Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge, gestaffelt nach Einkommen und Kinderzahl. Dazu kommen Steuervorteile wie die Kfz-Steuerbefreiung, die 0,25-Prozent-Dienstwagenregel und die Sonderabschreibung für Betriebe sowie Zuschüsse für Ladepunkte.
Kann ich Umweltbonus, KfW-Wallbox-Förderung oder KsNI noch beantragen?
Nein, alle drei sind endgültig ausgelaufen. Der Umweltbonus endete mit Ablauf des 17. Dezember 2023, die KfW-Wallboxprogramme und KsNI liefen bereits vorher aus. Details zu Fristen und Sätzen stehen in den jeweils verlinkten Artikeln, etwa /ratgeber/foerderung-kfw-440-441-wallbox und /ratgeber/foerderung-ksni-nutzfahrzeuge.
Schließen sich Förderung und THG-Quote gegenseitig aus?
Nach den hier geprüften Grundlagen nicht: Die THG-Quote zählt rechtlich nicht als Förderung, sondern als Verkaufserlös, weil kein Fördertopf dahintersteht. Ob eine einzelne Förderrichtlinie das im Detail anders behandelt, ist hier nicht für jedes Programm geprüft; kläre das im Zweifel direkt bei der jeweiligen Förderstelle.
Gibt es 2026 eine Förderung für den Kauf eines gebrauchten E-Autos?
Nein, dafür gibt es weiterhin kein eigenes Bundesprogramm. Ob und wie eine Förderung für gebrauchte Elektroautos kommt, ist nach aktuellem Stand offen. Details dazu stehen in /ratgeber/foerderung-gebrauchte-e-autos-foerderung.
Brauche ich für die THG-Quote einen Förderantrag wie bei den anderen Programmen?
Nein. Du reichst dafür keinen Förderantrag bei einer Bewilligungsstelle ein, sondern nur deine Zulassungsbescheinigung Teil I bei einem Dienstleister wie uns. Wie das abläuft, zeigen /so-funktionierts und /hochladen; was Elektrofahrzeuge aktuell am Markt bringen, steht unter /preise.
Quellen
- bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienz/E-Auto_Foerderung_2026/E-Auto-Foerd…
- bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienz/E-Auto_Foerderung_2026/Foerdervorau…
- bafa.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/Energie/Elektromobilitaet/20231216_…
- umweltbundesamt.de/themen/verkehr/kraftstoffe-antriebe/vollzug-38-bimsc…
- bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/…
- bmv.de/SharedDocs/DE/Pressemitteilungen/2026/028-schnieder-foerderung-l…
- adac.de/rund-ums-fahrzeug/elektromobilitaet/elektroauto/elektroauto-fir…
- vm.baden-wuerttemberg.de/de/service/foerderprogramme-und-aufrufe/ladein…
Weiterführend
Stand: . Keine Rechts- und keine Steuerberatung. Der Auszahlungsbetrag steht fest, sobald der Quotenhändler bestätigt hat.
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Foto: Alexander Migl, CC BY-SA 4.0
